
Liebe Filmstudentinnen und -studenten,
lieber Dieter Kosslick,
sehr geehrte Ministerin Dr. Angelica Schwall-Düren,
sehr geehrter Herr Staatsminister Neumann,
sehr geehrte Leiter der deutschen Filmhochschulen,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde und Kollegen.
Ich möchte Sie alle hier zum Berlinale-Empfang der deutschen Filmhochschulen 2011 begrüßen. Als ich mir meine Worte für diesen Tag überlegte, fielen mir zuerst die vielen Adressaten auf: Sie alle, die aus den unterschiedlichsten Bereichen der Filmbranche kommen. Ich denke, das ist nicht nur das Anliegen dieses Empfangs, sondern mittlerweile auch sein Verdienst: Hier und heute kommen Menschen an einem Ort zusammen, die in dieser Form ansonsten nicht aufeinander treffen können.
Die Berlinale ist eine großartige, aber auch eine große Veranstaltung. Sie ist die größte Kulturveranstaltung Deutschlands, sie ist eines der bedeutendsten Kinoereignisse unserer Welt. Doch was soll man tun, wenn während einer großen Veranstaltung große Chancen nicht genutzt werden können? Wenn Studierende im Bereich Film, wenn der Nachwuchs – unser Nachwuchs – nicht weiß, wie man wo wen treffen kann? Der heutige Berlinale-Empfang der deutschen Filmhochschulen ist nun die vierte Ausgabe – eine Veranstaltung, die einen Weg zeigen kann, wie man großen Chancen tatsächlich auch eine Chance gibt. Sie bringt die wahren Anfänge des Films - unsere Studierenden – zusammen mit den Etablierten des Films – den so genannten Entscheidern. Sie bringt zusammen, was zusammen gehört.
Der Berlinale-Empfang der deutschen Filmhochschulen ist der kleine Bruder an der Hand der erwachsenen Schwester. Filme von Nachwuchsstudenten werden behütet von einem schon erwachsenen Familienmitglied, der Berlinale. Dieser Empfang ist auch ein kleines Filmfestival innerhalb eines größeren. Aber beide haben eines gemeinsam: Sie sind eine ganz große Chance. Aus diesem Grund habe ich die Schirmherrschaft übernommen – und das sehr gern.
Für mich liegt die Bedeutung dieser Veranstaltung auf etwas, was üblicherweise vernachlässigt wird: auf dem zweiten Schritt. Alle sprechen zu sehr nur vom ersten: First Steps, erste Gehversuche. Es ist aber eigentlich der zweite, der so wichtig ist – und der zu oft vergessen, vernachlässigt wird. Insbesondere für euch Studierende – denn den ersten Schritt, die Aufnahme an die Filmhochschulen, habt ihr ja bereits erfolgreich hinter euch. Doch der zweite Schritt ist es, der euch an die Öffentlichkeit tragen soll. Der zweite Schritt ist im Leben zwar oft nicht der mutigere, aber der wichtigere. Er ist der schwierigere.
Die heutige Veranstaltung vereinfacht den schwierigen zweiten Schritt. Denn Leben und Film bestehen nicht nur aus einem einzigen Punkt, sondern sind viel mehr eine Linie, von mir aus auch eine Linie mit Brüchen. Aber eine Linie und kein Punkt, an dem wir stehen bleiben. Für eine Linie muss man sich bewegen, Schritte machen, eben mehr als einen. Den zweiten Schritt zu gehen, um eine Linie, einen Weg überhaupt erst möglich zu machen – dazu beizutragen, ist Sinn und Aufgabe des heutigen Empfangs an diesem Ort.
Ich hoffe, dass sich unsere Linien auch beim dritten Schritt kreuzen werden.
Ihre
